Experten Interview Teil zwei: 3 Fehler, die Du bei deinem Marketing als Coach vermeiden solltest.

Interview Teil 2: Drei Fehler, die du bei deinem Marketing als Coach vermeiden solltest.

Nur wenige Coaches können von ihrem Business – dem Coaching – richtig gut leben. Es gibt immer mehr Coaches, doch meist bleibt das Coaching ein Nebenjob. Das belegt die Umfrage des Büros für Coaching und Organisationsberatung (BCO) alle Jahre wieder. Der Studie zufolge verbrachten befragte Coaches lediglich ein Drittel ihrer Jahresarbeitszeit mit Coaching; die Hälfte erwirtschaftet damit nur maximal ein Viertel des Jahreseinkommens. (Quelle: Spiegel)

Wer sein Haupteinkommen als Coach erzielen möchte, kommt ohne ein strategisches Marketing nicht weiter. Das jedoch fehlt den meisten Coaches. Neben einer fehlenden Strategie werden außerdem die Fehler anderer Coaches blind übernommen, ganz nach dem Prinzip: Wenn der das macht, dann wird es schon richtig sein.
Ein fataler Fehler.
Für diesen Blogpost habe ich Experten interviewt, die aus ihren unterschiedlichen Perspektiven jeweils 3 typische Fehler von Coaches bei ihrem Marketing beschreiben, die du vermeiden kannst.
Mach es besser, du kannst das!

Los geht´s.
Diese Frage habe ich fünf Experten aus den Bereichen Sichtbarkeit, Online Marketing und Technik gestellt:

Gibt es 3 typische Fehler, die dir beim Marketing von Coaches immer wieder auffallen?

Olaf Kapinski zu der Frage wie man als Coach schnell neue Kunden gewinnt.

Olaf Kapinski, Dein Frieden mit Technik:

Fehler Nr. 1:
Viele Coaches werben nur, sind aber ansonsten unsichtbar. Sie haben nur eine Website, die aber nicht Teil einer sinnvollen Strategie ist. Dabei ist es unglaublich wichtig, permanent sichtbar zu sein. Viele Themen sind nur während einer bestimmten Phase ihres Lebens relevant für den Kunden. Diesen Moment heißt es abzupassen! Das heißt: Immer Präsenz zeigen und aktiv sein.

Fehler Nr. 2:
Eine schlechte Webseite ist eins der größten K.O-Kriterien für ein Business. Ist deine Website zu langsam, zu altmodisch oder mobil nicht gut nutzbar, hast du schlechte Karten. Auch ein völlig überladene Seite kann dich schnell ins Aus schießen. Der Mensch ist ein Augentier, investiere also unbedingt Zeit und Geld für deinen professionellen Online-Auftritt.

Hier geht´s zur Podcast Episode „Nur für Coaches?“ in der Olaf Kapinski auch schon weitere Fragen rund um das Thema Marketing für Coaches aufgreift und beantwortet.
Höre doch schon mal rein!

Internettexterin Dr. Anja Strassburger

Dr. Anja Strassburger, Internettexterin:

Fehler Nr. 1:
Ein typischer Fehler, der mir gerade bei Coaching-Seiten immer wieder auffällt, ist: Viele Coaches stellen ihre Methoden in den Vordergrund. Methoden, die der Leser im Zweifelsfall gar nicht kennt und die ihn nicht interessieren. Der Leser ist auf der Suche nach einer Lösung, die sein Leben verbessert. Viele meiner eigenen Kunden sind Coaches und sie alle bewirken wunderbare Veränderungen bei ihren Klienten. Veränderungen, die oft einen unbezahlbaren Wert haben. Genau ist das es, was die Leser interessiert. Das Resultat. Nicht die Methoden und die Technik dahinter. Oder anders gesagt: Die Menschen kaufen keine Waschmaschine. Sie kaufen saubere Wäsche.

Fehler Nr. 2:
Was ich auch häufig beobachte: Coaches – besonders Existenzgründer –  verstecken sich als Solopreneure hinter einem anonymen „wir“. Da steht dann beispielsweise in der Navigation „Über uns“ anstatt „Über mich“. Die gesamte Seite ist im Plural formuliert. Wer den Text liest, stellt jedoch sehr schnell fest, dass das alles gar nicht stimmt. Daher mein dringender Tipp: Bekenne Farbe zu dir selbst. Die Menschen buchen dich gerade WEIL du alleine arbeitest. Denn dann sind alle Projekte Chefsache.

Fehler Nr. 3:
Wenn niemand weiß, was du anbietest, kann auch niemand bei dir kaufen. Das liegt oft darin begründet, dass viele Coaches das Verkaufen extrem doof finden. Doch ohne ein klares Angebot mit einem klaren Nutzen sinkt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass jemand wirklich bei dir kauft. Wenn du es nicht machst, dann macht es eben jemand anderes. Und der macht dann leider auch deinen Umsatz.

Alexandra Prasch - Contentessa. Hier im Interview zu meinen Fragen rund um das Marketing als Coach.

Alexandra Prasch, Wirksam im Netz:

Fehler Nr. 1:
Eine zu breite Positionierung (‚Zielgruppe sind eigentlich alle!’) und keine klare Abgrenzung zu den hunderttausend anderen Coaches. – Das bezieht sich sowohl auf den visuellen Webauftritt als auch inhaltlich auf die Texte.

Fehler Nr. 2:
Keine austauschbaren, farblosen Texte, die auf hunderten anderen Websites stehen könnten, auch in anderen Branchen. Da es so viele Coaches gibt, wirst du ein Spezialthema / einen Schwerpunkt brauchen, auf das / den du dich spezialisierst. Zum Beispiel auf Jugendliche, eine Branche, eine Methode, ein Format …

Fehler Nr. 3:
Look & Feel & Aufbau von Websites, die hunderte andere auch haben. Ich würde mich eher an guten Websites von Nicht-Coaches orientieren, um optisch hervorzustechen.

Frank Katzer ist Experte für Online Sichtbarkeit und hat gute Lösungen parat für das Marketing von Coaches.

Frank Katzer, Experte für Online Sichtbarkeit:

Fehler Nr. 1:
Der Glaube durch Facebook-Anzeigen Sichtbarkeit & Verkauf großartig beschleunigen zu können und den Beziehungsaufbau damit überspringen zu können.

Fehler Nr. 2:
Durch sofortige Automation sich von Anfang an viel Arbeit ersparen zu wollen – das geht nicht.

Fehler Nr. 3:
Mit einer Leistung oder einem Produkt (Onlinekurs, …) nach draussen gehen zu wollen, obwohl noch keinerlei Verteiler/Fans/Abonnenten/Freunde aufgebaut sind.

Welche Fehler können Coaches vermeiden? Gibt es 3 typische Fehler die Dir bei ihrem Marketing immer wieder auffallen?

Tanja Peters, Expertin für MUT, Positionierung und Honorare zu Fragen rund um das Marketing für Coaches.

Tanja Peters, Mutberaterin, Trainerin, Rednerin:

Fehler Nr. 1:
Erst sichtbar werden, wenn alles perfekt ist! Aus meiner Sicht einer der größten Fehler und Hindernisse. Da werden jahrelang Webseiten nicht frei geschaltet oder Blog-Beiträge nicht hochgeladen, es könnte noch nicht perfekt sein oder nicht gefallen. Hier hilft nur der MUT zur Lücke und der Gedanke „gut genug ist eben gut genug, es muss nicht perfekt sein“.

Fehler Nr. 2:
Marketing nach dem Gießkannen-Prinzip. Alles ein bisschen gießen, ohne Plan, Kundendefinition und Positionierung. Der schöne Flyer bringt einfach keinen Kunden, wenn die Message nicht klar ist. Hier brauch es den MUT klar Position zu beziehen und den Bauchladen zu verabschieden. Es lohnt sich!

Fehler Nr. 2:
Einen ordentliches und passendes Honorar aufrufen. Passt nicht zum Thema Marketing? Doch! Wenn ich eine gute Leistung bewerben und verkaufen möchte, sollte diese auch einen entsprechenden Preis haben. Alles andere ist dann wieder unglaubwürdig und dann greift das beste Marketing einfach nicht.

Ich bin Claudia Germer, Expertin für Marketing für erfolgreiche Coaches + für visuelle Kommunikation die wirkt.

Claudia Germer, Marketing für erfolgreiche Coaches
Das brennt mir noch unter den Nägeln:

Fehler Nr. 1:
In erster Linie offline netzwerken. Sowas kostet viel Zeit und ist zermürbend, denn die Menschen dort wollen meist vor allem eins: Selber bekannt werden und neue Kunden gewinnen. Schau genau hin, welche Netzwerkveranstaltung sich lohnt und wo sich die Zielgruppe tummelt. Zapfe mehr Online Netzwerke an, in denen die Wunschkunden unterwegs sind und genau targetiert werden können, statt offline viel Zeit zu vergeuden.

Fehler Nr. 2:
„Werbung ist böse.“  Dieser Glaubenssatz bringt keinen Unternehmer weiter, im Gegenteil. Werbung hat unendlich viele Nuancen. Wenn sie 100% authentisch ist, glaubwürdig daher kommt, Nutzen bietet und auch visuell die Zielgruppe sofort auf den ersten Blick anspricht, dann wird sie nicht als Werbung wahrgenommen sondern als wertvolle Information und bringt das Business dann auch weiter. Dahin sollte die Reise gehen.

Fehler Nr. 3:
Newsletter verschicken, die keiner haben will. Wenn sie eine schlechte Betreffzeile haben, dann landen Newsletter im Müll bevor sie geöffnet werden. Und Angebote im Newsletter, die laut schreien: „Kauf mich“ nerven jeden Empfänger. Wenn der Newsletter noch über ein normales Mailprogramm verschickt wird, statt über einen E-Mail Service Provider wie zum Beispiel „Mailchimp“ oder „Klick Tipp„, dann wird es dramatisch, weil die Mails auf diesem Weg irgendwann vollautmatisch im Spam landen und nicht wie gewünscht im Posteingang.

Herzlichen Dank für die Interviews!

Dr. Anja Strassburger, Alexandra Praasch, Frank Katzer, Olaf Kapinski, Tanja Peters:
Toll das ihr euch die Zeit genommen habt!

Hast Du auch schon Fehler gemacht, die andere bei ihrem Marketing vermeiden könnten?

Aus welchen Fehlern hast Du am meisten gelernt?
Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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